Mein ganz persönlicher Dresscode-Check zeigt, ob ich überhaupt ein Gespräch beginne

Kennen Sie noch den Satz Ihrer Eltern „Brust raus, Bauch rein“? Mal ehrlich, sieht es nicht sportiver und erfolgreicher aus, wenn Sie etwas wollen und dabei gerade stehen, Ihr Kinn aufrecht halten, der Blick geradeaus gerichtet und nicht die Murmeln auf dem Boden suchend? Damit signalisieren Sie nicht nur Ihre Souveränität und strahlen eine große Portion Gelassenheit aus. Nein, Sie sehen auch einfach besser gekleidet aus. Und wenn Sie sich gut angezogen fühlen und aufrecht stehen und gehen, dann steht Ihnen auch ein zerknitterter Mantel – Eleganz ist eine Frage der inneren Haltung.

Ein Tipp unter uns Champions: Schauen Sie sich doch am besten um, in welchem Umfeld Sie aktiv sind und nehmen Sie diesen Kleidungsstil einfach auf. Sportives Outfit bei einem Geschäftsessen ist genauso deplatziert, wie ein Anzug zum Sommerfest. Zum Spaziergang in den Wald nimmt selbst der Gentleman seine Regenstiefel mit. Und Sie? Stöckelschuhe um das Reh zu erschrecken? Badelatschen im Seminar, nur weil draussen die Sonne brennt?

Ich lebe am Bodensee, da habe ich im Auto immer meine Stadtkleidung parat, wenn ich in die Stadt reise. Damit meine ich einen Anzug und einen Mantel mit geputzten Schuhen. Apropos Schuhe … Wie gerade sind eigentlich Ihre Absätze? Wann hat Ihr Schuhwerk das letzte Mal einen Meister gesehen? Meister = Schuhmacher, der sein Handwerk als „Werk“ versteht … Tragen Sie etwa noch Gummisohle bei Lederschuhen oder laufen gar im Anzug mit trendigen Schuhen umher, weil Ihnen die Werbung gesagt hat, wie cool das jetzt ist? Schreiben Sie sich diesen Satz hinter die Ohren, ich jedenfalls fand ihn sehr passend: „Gute Schuhe sind nie billig und billige Schuhe sind nie gut!“

Achten Sie stets auf Qualität! Investieren Sie in hochwertige Dinge. Das beinhaltet auch die anderen Dinge, die Sie mit sich herumtragen … Tasche … Uhr … Gürtel … Bevor Sie sich mit billigen Dingen eindecken, sparen Sie sich das Geld. Sie wollen Geschäfte machen? Dann orientieren Sie sich nach oben! Umsonst kann nicht gut sein, billig auch nicht. Qualität hat seinen Preis.

In meinem letzten Managertraining kam eine Führungskraft in einem Pinguin-Anzug … schwarz, zu eng, abgetragen, glänzend … und hatte eine schrille Micky-Maus-Krawatte um den Hals. Ich hielt ihn an, bat ihn, die Krawatte abzunehmen und schenkte ihm eine meiner Ersatzkrawatten … einfarbig und wenn schon modisch, dann bitte mit einem Hauch Business … und nicht Comic ... oder Enten mit Krawattennadel.

Viele Damen machen es den Herren mittlerweile gleich und zwängen sich in Kleidergröße 36 in der Annahme … das Kleid muss doch noch passen. Nur weil Sie hin und wieder etwas Risikobereitschaft an den Tag legen sollen, heisst das nicht, dass Sie sich in Ihre Jugendkostüme zwängen müssen, wie ein Weihnachtsbaum im Transportnetz. Diesen Satz fand ich mal bei einer Etikette-Trainerin absolut brillant: „Stil ist eine Summe der Details“.

Bei den Herren gilt diese Liste – unterstehen Sie sich, eines der Details wegzulassen:

  • Hemd
  • Anzug
  • Schuhe
  • Krawatte
  • Einstecktuch
  • Kniestrümpfe (Achtung: Ein echter Gentlemen trägt keine Socken)
  • Schal und im Winter passende Lederhandschuhe.

Bei den Ladies gilt diese Liste im Business – ohne Ausnahme:

  • Hosenanzug oder dezentes Kleid über Knie, niemals ein enges Kleid mit Stöckelschühchen, die Sie zu Tippelschritten veranlassen
  • Strumpf in gedeckter Farbe (Achtung: Eine wahre Lady trägt dezente halterlose Strümpfe)
  • Schal und im Winter passende Lederhandschuhe.

Hier eine Fangfrage: Wo stecken Sie Ihre Geldbörse, all Ihre Kreditkarten, den Autoschlüssel und Ihr heißgeliebtes Mobiltelefon hin? Ein absolutes NO-GO sind sämtliche Taschen Ihres Anzuges oder Ihres Mantels. Die Außentaschen Ihres Anzugs sind sowieso nur eine Schneider-Zierde und die Innentaschen ausschließlich für Ihre Visitenkarten reserviert. Gut stehen der Businessnote eine Geldklammer, ein stilvolles Kreditkartenetui und eine echte und ansehnliche Ledermappe für Schlüssel und Mobiltelefon. Und eine neumodische Erscheinung geht nun gar nicht im Businessleben: der Rucksack. Niemals dürfen Sie auf einem Anzug oder Ihren Mantel diese Rucksäcke tragen, never ever!

Jetzt nur noch die dezente Creme, um alle Ungereimtheiten auf der Gesichtshaut zu verdecken und einen dezenten Duft auflegen, dann kann Ihrem geschäftlichen Erfolg kein Nasenrümpfen Ihres Gesprächspartners die Laune verderben.

Ihr Champions Coach Clemens Ressel